„Ach wie süß – noch ein Hasi…“

„Ach wie süß – noch ein Hasi…“

Es ist dann doch eher die Ausnahme, dass mich ein Paar für Ihre Hochzeit bucht und der Antrag noch garnicht stattgefunden hat. Das Ganze passt aber so sehr zur folgenden Geschichte, dass – wenn es man es mit Abstand betrachtet – alles andere garnicht wirklich zu den Beiden gepasst hätte.

Als wir uns vor einigen Wochen zum Engagement-Shooting in der Teverener Heide trafen – ich berichtete schon mal darüber HIER –   meine ich mich zu erinnern, dass ich dem Martin vorschlug, dass ein Antrag, WENN er denn dann stattfindet, genau dort passieren sollte. Es gab da so eine kleine Holzhütte an einem See. Dort waren sich die beiden sich das erste Mal näher gekommen und dort in der Nähe lagen sie aneinandergekuschelt unterm Sternschnuppenregen. Herrlicher Kitsch! Aber genau ob dieser Vorgeschichte wäre jede andere Location nur ein Notstopfen gewesen.

Aber was tun ? Wir beide ( Martin und Ich ) waren fortan die Hauptfiguren in einem Theaterstück aus Lügen, Verleumdung, Täuschung und „der-Angst-erwischt-zu-werden“.

Irgendwann kam mir der Gedanke, dass wir Melissa – sein bald Zukünftige – nicht einfach zur Heide bestellen wollten. Das wäre zu offensichtlich gewesen. Also schmiedeten wir den Plan, sie unter Vorwand eines Shootings in die Heide zu „locken“ Meine Idee eines Herbtshootings in der untergehenden Sonne wich schnell einem Nachtshooting, da die Zeitumstellung uns kurzum einen Strich durch die Rechnung machte. Der Plan sah vor, mit Ihr und einem anderen weiblichen Lockvogel eine schnuckelige Runde durch die Heide zu machen und dabei ein Paar Portraits zu machen. Keine Rückfragen Ihrerseits – sie war begeistert – und ahnungslos 😀  Martin sollte die Hütte in der Zeit mit einem weiteren Lockvogel in Kerzenlicht tauchen. Wochen zuvor hatte ich mich mit Ihm dort heimlich getroffen und den ganzen Ablauf schon mal durchgespielt. Er hatte – wie immer – einen wichtigen Kundentermin 😉

Als der Ablauf stand, kam mir schon wieder eine Idee. Was wäre denn, wenn Melissa die Hütte aus der Ferne schon sehen würde und den Braten riechen würde ?? Das wäre nicht gut. Sollte sie also einfach erstmal in dem Glauben bleiben, das evt. der Martin hier ein ganz großes Ding für sie abzieht. Also bestellten wir einen zweiten männlichen Lockvogel, der sich vor der Hütte postierte. Er spielte einen verzweifelten jungen Mann, der seiner Freundin dort einen Antrag machen wollte – aber sie kam nicht. In dem Moment als wir die Hütte passierten, sollte er uns ansprechen und fragen, ob wir die fingierte Freundin „zufällig“ gesehen hätten 😀

Auf dem Weg zur Hütte redete Melissa ganz selbstverständlich darüber, dass diese Hütte ja auch für Martin und Sie eine romantische Bedeutung hätte – sie merkte einfach nichts. Als wir dann an der Hütte ankamen, deutete sie auf die Teelicht-Gläser am Boden. „Ach guck mal – genau die gleichen habe ich auch zu Hause für die Hochzeit“  Ich spürte, wie meine Atmung kurz aussetze und ich dachte, dass jetzt alles in sich zusammenfällt. Aber nein – sie war wie vernagelt und wir gingen ( dem Plan entsprechend ) weiter.

Martin sollte dann laut Plan mit dem Lockvogel die Plätze tauschen und uns dann hinterher rufen. „HASI – was machst du denn hier“ Hasi war deren Kosename und ich glaubte fest, das Melissa nun wusste, was los sei. Sie schaute uns nur an und entgegnete beiläufig: „Ach wie süß – noch ein Hasi“  „Martin nennt mich auch immer so“ 😀   – „Äh – merkste was ??“

„Kommt doch mal zurück“ rief man uns hinterher. Sie drehte sich in Richtung Hütte und ich startete über mein Handy eine leise Pianomusik. Sie checkte es nicht – ich glaube sie wusste erst was los war, als Martin vor ihr stand.

„Dem zieh ich eins mit dem Stativ über“ meinte sie nur, als wir uns der Hütte näherten.

Die Bilanz dieser Wochen liesst sich phantastisch. 127 Voicemails haben Martin und ich hin und hergeschickt. Gefühlte 50 Mails Über Facebook oder WhatsApp – ständig in der Angst, dass sie was rausbekommt. Und was war ?? Nicht mal im Angesicht des Offensichtlichen machte es bei ihr „Klick“ 😀 Herrlich ! Was musste Martin sich zu Hause anhören, weil er nur noch mit dem Handy in der Hand rumlief. Was erntete ich ich ungläubige Blicke meiner Frau, die mich nur noch mit dem Handy am Mund sah und mit 4 Leuten gleichzeitig „voice-mailte“

Als ich gestern Abend zu Hause ankam, dachte ich so spontan „Mit wem schicke ich denn jetzt so viel Voicemails hin und her?“ und war sogar ein wenig betrübt darüber :-/ Ich muss sagen, dass mir die letzten Wochen unendlich Spass gemacht haben – das Organisieren und auch bei so einer schönen Sache eine Rolle zu spielen. Der Martin ist so ein netter Kerl und ist mir irgendwie voll ans Herz gewachsen. Aber er heiratet ja die Melissa 😀  Und das ist auch gut so – denn die beiden sind so ein tolles Paar und ich freue mich so sehr auf deren Hochzeit.

Ihr seid die Besten !!!

Vielen Dank an Julia und Stefan, dass ihr bei der Sache als Lockvögel mitgemacht habt. Ohne euch wäre das nix geworden !!! Eine tolle Truppe hat an einer tollen Sache mitgewirkt. Was für ein Job 😀

PS: Der letzte Schuss erklärt dann hoffentlich ein für alle Mal, warum ich gerne im Regen fotografiere 😀


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Dieses letzte Bild scheint dann auch noch gleichzeitig meinen „Like-Rekord“ zu brechen. Das Bild wandert aktuell stramm auf die 400 zu und das macht mich schon arg stolz und sprachlos !!!

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