Der Mann von der Waschstrasse

Der Mann von der Waschstrasse

Irgendwie ist das ja schon so ne Art von moderner Schuhputzerei. „Passt irgendwie garnicht so zusammen“ – denke ich mir und schau mir den Mann an, der bei den Fahrzeugen, die in einer Kolonne vor dem Eingang zur Waschstrasse stehen, abkassiert. Dann erhält jedes Auto erstmal so ein Mittelchen gegen die Fliegens****** und Insekten und dann wird noch mit dem Hochdruckstrahler vorgewaschen. Und das alles unmittelbar vor so einer modernen Anlage die sonst alles kann. Da steht er bei knapp 30 Grad und macht uns die Felgen sauber.

Darüber wollte ich aber gar nicht schreiben. Was mir bei Ihm schon im letzten Sommer, in dem es so heiß war, aufgefallen ist, ist die Freundlichkeit, die er schon von Weitem ausstrahlt. Ich habe das schon etliche Male beobachtet und denke dann gleichzeitig an Postfilialen, Telefon und Mobilfunk-Läden, bei denen man schon unfreundlich und genervt angeguckt wird, wenn man durch die Tür kommt. Wohlgemerkt – der oder die Gute stehen stehen unter einer Klimaanlage oder zumindest vor der Sonne geschützt.

Eben war es wieder so warm und er steht da völlig durchgeschwitzt und lächelt mich an. Ich krame in meinem Geldbeutel. Die 5,99 hab ich beisammen – aber nicht mal mehr 1 Euro am Stück. Ich kratze 85 Cent zusammen und drück ihm das alles so in die Hand. Er bedankt sich lächelnd und irgendwie komm ich mir gerade komisch vor. Aber genau das was Er tut, sollten wir anderen viel öfter tun. Und dann steige ich zu Hause aus, gehe ums Auto und entdecke diese Plastikfolie, die die immer über die Scheibenwischer hinten stülpen. Und just in dem Moment hab ich die Freundlichkeit wieder vor Augen. Immerhin hat er sich für einen kurzen Moment in mein Gedächtnis gegraben.

Wie sang Udo Jürgens so treffend….

„NUR EIN LÄCHELN – UND EIN FREMDER WIRD ZUM FREUND, UND VIEL LEICHTER TRÄGT SICH MANCHE SCHWERE LAST“

 

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