„Der Tut nix !!!“

Ich glaube, das man als Eltern irgendwie empfindlicher wird. Dieses „Beschützen wollen“ scheint uns dann tatsächlich in den Genen zu liegen. Ebenso das „sich aufregen“ , wenn man zum X-ten Mal sieht, wie sich jemand ohne Beifahrer dreist auf den „Eltern-Kind Parkplatz“ stellt, obwohl ein regulärer Platz sogar noch näher am Eingang des Supermarktes liegt.

„Scheiß drauf“ hör ich mich oft sagen – wenn du diesen „Kampf“ anfängst, dann kannst du ihn jeden und jeden Tag aufs neue ausfechten. Mach es einfach besser und nicht SO.

Nun kommt man aber auch mal in Situationen, in denen „weggucken“ und „drüber wegsehen“ nicht so einfach sind. Geht es nur um mich selbst, dann kann ich das aber immer noch sehr gut – aber geht es um meinen Nachwuchs, dann merke ich von Woche zu Woche, dass ich manchen Menschen einfach mal gerne vor die Füße kotzen wollen würde.

Unser beschauliches Dörfchen verfügt über ein paar wunderbare Möglichkeiten zum Spazieren gehen. Und natürlich trifft man dort ab und an auch Leute mit Hunden. Plötzlich aber finden immer mehr Gefallen daran, ihre 4-Beiner dort auszuführen. Alles kein Problem – aber seit ein paar Wochen treffen sich dort täglich anscheinend die Mitglieder von „Freunde-von-freilaufenden-Hunden e.V“ Als wir so durch die Alle liefen, sah man plötzlich von allen Seiten Hunde in den Wiesen links und rechts von uns laufen. Und ich rede jetzt nicht von kleinen Fußhupen – nein – alles Hunde, die mir gut und gerne bis zur Hüfte reichen.  Man bemerkt uns, sie legen den Kopf schief und einige schauen zu uns rüber. Ein oder zwei kommen bis auf wenige Meter heran und man hört nur die hilflosen Rufe eines Besitzers: „Bennniiiii – KOMMMM“ – HÖHRSSSST DU ?!?! –

Der Hund dreht den Kopf gelangweilt in seine Richtung und läuft erst nach 5 oder 6 mal Rufen wieder zurück. „Hundeschule at it´s Best“ sage ich zu meiner Frau. Als sich mehrere Hunde in unsere Richtung aufmachen, nehme ich den Kleinen auf den Arm und man hört nur noch die Leute ( Männer / Frauen gemischt ) durcheinander rufen: „Rockyyy – bleibst du….“ , „Freundchen!!!“   , „Neiiiin“,  „Der tut nix“, „KOMMST DU WOHL“ , „HEYYYY“ – von den 8 Hunden hören irgendwie mal so zwei auf eines der Kommandos, die eben NICHT nach „Hundeschule“ klingen. Sehr beruhigend.  Als einer der Halter in unsere Richtung kommt, frage ich Ihn was er von Leinen hält. Darauf meint er im feinsten Dorf-PLatt: „Ach leeve Jung, die donn doch nüx“ – Darauf ich: „hier laufen 10 Hunde alle kreuz und quer durcheinander – beruhigt mich nicht besonders“

„Jo-jo, komm – is jut“ – meint er.

Er lacht und geht weiter. Kennt ihr das – man ist manchmal wie paralysiert, wenn jemand so völlig unbeteiligt und mit einer „scheißegal“-Einstellung reagiert. Ob der Dreistigkeit fehlen mir glatt weitere Worte.

Mittlerweile haben sich rund 15 Leute da zusammengetan, die da jeden Tag ihre Runden drehen – alle Hunde ohne Leine.

Ich habe für mich erstmal beschlossen, dort nicht mehr spazieren zu gehen, obgleich es gegen meine Überzeugung ist. Da es in dem Gebiet keinen Leinenzwang gibt, bin ich ein bisschen frustriert und habe ehrlicherweise keinen Bock mit 15 Leuten diskutieren zu müssen. Ich hatte eigentlich vermutet, dass man als Erwachsene genug Weitblick mitbringt aber diese typische, bei vielen Hundehaltern angeborene „Der tut nix“ Einstellung geht mir gehörig auf den Geist.

Wuff !