Und plötzlich war alles schwarz-weiß und unscharf

Und plötzlich war alles schwarz-weiß und unscharf

Was hatte ich doch mit mir gekämpft. Soll man auch mal mutig sein und versuchen nicht immer Schärfe auf den Punkt zu bekommen oder ein Foto wie einen Ultra-HD Film aussehen zu lassen ? Soll man mal was anderes versuchen ? Unsere Augen sind mittlerweile so sehr an „hochaufgelöst“ gewöhnt, dass jede Abweichung davon sofort und unmittelbar auffällt. Es ist aber auch noch nicht SO lange her, dass Fotos körnig, verrauscht und alles andere als „ansehnlich“ im Sinne von Bildschärfe, Kontrasten usw. waren. Hm – damals hat man sich damit begnügt. Und ich rede jetzt hier nicht von Fotografen sondern von Leuten wie du und Ich. Ich bin aktuell sehr umtriebig – immer auf der Suche nach etwas, das fotografisch mir entspricht. Und – das bemerkte ich schon vor geraumer Zeit – macht mich immer neues Fotozeug nicht automatisch zufriedener. Wenn´s gut läuft kommt jeder Fotograf mal an den Punkt an dem er merkt, dass KEIN Objektiv der Welt und KEINE Kamera der Welt ihm automatisch bessere Bilder bescheren oder ihn sogar zu solchen inspirieren. Ich habe auch diese Erfahrung gemacht. Ich dachte auch so, aber die Ernüchterung war um so größer als ich merkte, dass ich eben nicht wie meine „Helden“ fotografierte. Teures Objektiv hin oder her. Den Look alter Bilder fand ich immer toll – hab sogar mal ne Zeit diese Fotos auf Flohmärkten zusammengekauft weil es sich irgendwie toll anfühlte 70 oder 80 Jahre alte Bilder zu betrachten und anzufassen. Ich muss dazu sagen, dass ich noch nie nen Film entwickelt habe oder mal analog fotografiert habe. Dazu fehlt mir die Geduld und diese Zeit ist auch irgendwie an mir vorbei gegangen. Aber man kann sich auch in Zeiten der Digitalen Kameras auf das wesentliche beschränken. Und so kam es, dass ich an diesem kalten Dienstag im Januar 2016 einfach mal nur eine Kamera und ein Objektiv zur Hand nahm und die bezaubernde Esther einfach mal so simpel wie möglich fotografierte. Die Squeezerlens passte hier wahnsinnig gut ins Konzept, da sie erstens rein manuell zu bedienen ist und man schon lieb mit ihr sein muss, damit man mal halbwegs scharfe Bilder bekommt. Meine Ausschussrate ist derzeit noch ziemlich hoch. Dennoch sind mir – wie ich finde – ein paar Momentaufnahmen gelungen so wie ich mir das vorgestellt hatte. Kamera auf schwarz/weiß , nur das Einstell-Licht des Blitzes verwendet und das was ich im Sucher sah, fühlte sich an als ob man durch ein altes Fenster in eine vergangene Zeit guckt. Mir ist klar, dass das nicht jedermanns Geschmack ist, aber ich habe – aktuell- eine wunderbare Art gefunden mich auszudrücken und dem Gegenüber ein mehr oder weniger zeitloses Bild zu überreichen. Mehr kann und will ich aktuell garnicht verlangen. Ich weiß, dass ich nächstes Jahr mit Sicherheit wieder was anderes mache – oder auch nicht. Keine Ahnung. Aber wenn es eine Art gibt bei der mir Fotografie so richtig Spass macht – dann diese. Belassen wir es „vorerst“ dabei 🙂

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